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    # Produkte

    25.04.2023

    Smart plastics @home: Wie Envalior robuste Lieferketten und die Kreislaufwirtschaft unterstützt

    Mit unserer Kampagne Smart plastics @home zeigen wir bei ALBIS, wie die intelligente Kunststofftechnologie unserer bewährten Partner den nachhaltigen Mehrwert von Alltagsgegenständen stärkt. Unsere Interviewreihe zeigt Einblicke von verschiedenen Stakeholdern der Branche zu Trends, Herausforderungen und Kundenbedürfnissen. Dieses Mal im Gespräch: Marc Marbach, Head of Sales-Segment E&E bei Envalior (ehemals LANXESS Performance Materials).
    Herr Marbach, wenn Sie an die Polymerlösungen von Envalior für zu Hause denken – welche Marktsegmente haben Sie dabei im Blick?
    Marc Marbach: Es gibt viele Segmente, die Polymere benötigen: Smart-Grids, Haushaltsgeräte oder Autos, um nur ein paar zu nennen. Ich denke aber, dass der größte Bedarf an Polymeren derzeit bei Haushaltsgeräten besteht. Anhand der bekannten Polymerpyramide müssen wir dabei zwischen Anwendungen für Standardkunststoffe, technische Kunststoffe und Hochleistungskunststoffe wie PPS unterscheiden. Bei Envalior bieten wir Lösungen im Bereich der technischen und Hochleistungskunststoffe an.
     

    Welche Trends beobachten Sie im Bereich E&E und wie begegnen Sie ihnen?
    Wir beobachten derzeit eine hohe Nachfrage nach sicherheitsrelevanten Produkten, zum Beispiel auch hinsichtlich des Brandschutzes. Daher steigt in allen E&E-Segmenten gerade der Bedarf an flammhemmenden Produkten deutlich an. Die Märkte sind vor allem – aber nicht nur – auf der Suche nach halogenfreien (hal.free) Lösungen wie unsere FN-Serie (z.B. Durethan® BKV25FN01 - PA6+GF25+hal.free FR). Die FN-Serie ist aktuell für Durethan® (PA6 und PA66) oder Pocan® (PBT) erhältlich. Um den unterschiedlichen Kundenanforderungen gerecht zu werden, etwa im Fall einer kostenoptimierten V-0 (gemessen nach UL94) @ 1,5mm, wächst unser FR-Portfolio ständig. Unsere erstklassigen glasfaserverstärkten FR-Typen werden zum Beispiel durch die FN04-Serie repräsentiert (z.B. Durethan® BKV45FN04 - PA6+GF40+hal.free FR).

    Neben dem Brandschutz interessieren sich unsere Kunden auch für Produkte, die eine kleinere Bauweise ermöglichen – in diesem Zusammenhang wird oft das Wort Miniaturisierung verwendet. Deshalb haben wir mit der Pocan® E-Serie (z.B. Pocan® B3235E - PBT+GF30) eine PBT-Serie entwickelt, die unseren Kunden hilft, ohne erhöhtes Risiko von Kurzschlüssen ihren Einbauraum zu reduzieren. Alle Produkte der Pocan® E-Serie sind außerdem mit einem stabilen CTI600 ausgestattet. 
     
    „Geschärftem Bewusstsein für robuste Lieferketten begegnen“
    Die letzten Jahre haben zudem das Bewusstsein unserer Kunden für sogenannte „robuste Lieferketten“ geschärft, die für das Überstehen von Krisen unerlässlich sind. Wie können wir unsere Kunden dabei unterstützen? Eine Möglichkeit besteht darin, Produkttypen zu ersetzen, die auf einer begrenzten Anzahl von Vorproduzenten beruhen. Ein Beispiel dafür ist PA66, das von einer Handvoll ADN (Adiponitril)-Produzenten weltweit abhängig ist. Wir unterstützen unserer Kunden, die PA66 durch PA6 und PBT ersetzen wollen – je nach Endanwendung sind beide Szenarien möglich.
    Marc Marbach, Head of Sales für E&E bei Envalior

    Marc Marbach, Head of Sales für E&E bei Envalior

    Können Sie ein Beispiel für eine Erfolgsgeschichte mit einem Kunden nennen? 
    Lassen Sie mich meinen letzten Punkt aufgreifen: die robuste Lieferkette. Wir haben kürzlich einem großen Haushaltsgerätehersteller dabei geholfen, "PA66+GF+hal. FR" in einem Elektrogehäuse durch ein "PA6+GF+hal.free FR" zu ersetzen. In diesem Fall handelte es sich um D.BKV30FN00 (PA6 + GF30 + hal.free FR), das nun in Serie produziert wird. Eine der geforderten Schlüsseleigenschaften des Materials war eine stabile Glühdrahtleistung.

    Warum hat sich der Kunde für Ihre Lösung entschieden? 
    Zum einen, weil sie seine Anforderungen an eine robustere Lieferkette und an ein geeignetes gelistetes Material perfekt erfüllt hat, und zum anderen, weil unser Produkt die relevanten Materialeigenschaften wie die oben erwähnte GWIT @ 775C beibehielt. Außerdem hat unser HiAnt®-Supportpaket diesem Kunden geholfen, die Markteinführungszeit seines neuen Elektrogehäuses erheblich zu verkürzen.

    Worum geht es bei HiAnt®? 
    Unter der Marke HiAnt® haben wir unsere E&E-spezifischen Dienstleistungen zusammengefasst, um die Entwicklungsprozesse unserer Kunden effizienter zu gestalten. HiAnt® deckt verschiedene Bereiche innerhalb des Prozesses ab, zum Beispiel die Materialentwicklung und -prüfung, aber auch computergestütztes Engineering sowie die Verarbeitung und Bauteilprüfung. Eine frühzeitige Einbindung unserer Techniker ist immer sehr empfehlenswert, um den größtmöglichen Mehrwert für den Kunden zu schaffen. 
     

    „Klare Nachhaltigkeitsziele helfen uns, die richtigen Lösungen zu finden“
    Verzeichnen Sie auch eine steigende Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen? 
    Es gibt fast keine Branche, die sich derzeit nicht mit nachhaltigen Lösungen beschäftigt. Auch in Gesprächen mit unseren Kunden gehört Nachhaltigkeit zu den wichtigsten Themen. Verbraucher wissen heute genau, was sie wollen – das hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die klare Definition von Nachhaltigkeitszielen hilft uns sehr dabei, die richtigen Lösungen für Kunden zu finden. Wir haben eine Vielzahl von Lösungen entwickelt, um nachhaltigere Produkte zu gestalten und erweitern kontinuierlich unser Portfolio an ECO-Typen (z. B. Pocan® ECOB4239 - PBT+GF30+hal. FR) und BLUE-Typen (z. B. Durethan® BLUEBKV60EF DUS097 - PA6+GF60), um unseren Kunden das nachhaltigen Material zu bieten, das sie brauchen. BLUE bezeichnet unsere nachhaltigen Typen mit mindestens 80 % recyceltem oder biobasiertem Material, ECO-Typen umfassen Materialien mit weniger als 80 % nachhaltigem Anteil.

    Welchen Stellenwert hat der CO2-Fußabdruck eines Materials für unsere Branche?
    Fast jeder Kunde fragt nach den PCF-Werten (Product Carbon Footprint) unserer Produkte. Ich bin sehr froh, dass unsere PCF-Werte von einer unabhängigen Drittpartei zertifiziert und vertrauenswürdig sind. Trotzdem überprüfen wir ständig unsere Werte, um zu gewährleisten, dass unsere Kunden immer den bestmöglichen Input für ihre PCF-Berechnung erhalten. Hier liegt neben der besseren Verfügbarkeit ein weiterer Vorteil von PA6 gegenüber PA66: Alle öffentlich zugänglichen PCF-Bewertungen zeigen, dass PA6 im Vergleich zu PA66 einen deutlich geringeren PCF aufweist.
     
    „Zirkulär denken und die Kreislaufwirtschaft stärken“
    Wir haben bereits über flammhemmende Lösungen gesprochen und sind nun bei nachhaltigen Kunststoffen angelangt. Wie wäre es, beide Technologien zu kombinieren?
    Das ist auf jeden Fall ein Thema, über das man reden sollte. In meinen Augen gibt es zwei äußerst vielversprechende Richtungen, die unsere Nachhaltigkeitsexperten derzeit mit unseren Kunden und Partnern diskutieren: Einerseits sollten wir zusätzlich zu nachhaltigen Polymeren und recycelten Glasfasern auch über eine nachhaltige Additivversorgung diskutieren, zum Beispiel nachhaltige FR-Additive. Andererseits sollten wir auch an die Kreislaufwirtschaft denken. Hersteller müssen sicherstellen, dass Produkte nach dem Ende ihrer Lebensdauer in den Materialkreislauf zurückgeführt wird. Danach ist es möglich, den zurückgegebenen Kunststoff mit hochwertigem Material derselben Sorte zu mischen oder sogar ausschließlich zirkuläres Material zu verwenden. Über mögliche Nebeneffekte dieses Ansatzes muss man hier natürlich genauso sprechen. Wir suchen in diesen beiden Richtungen nach Lösungen, aber auch in vielen anderen. 

    Vielen Dank für das Gespräch, Herr Marbach.
     
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    Daniel Stöcker

    Senior Director Product Management Performance Polymers

    industrymanagement@albis.com